Wespennest

Wespennest richtig entfernen

Wespen, mit ihren Unterfamilien, sind eine verbreitete und zugleich interessante Insektenart. Die sozialen Wespen sind auf allen Weltteilen, in kleineren und größeren Exemplaren, vertreten. Wespen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems und auch äußerst nützlich.
In Deutschland leben 16 Arten, davon können allerdings nur 2 Wespenarten für die Menschen unangenehm werden. Die „Gemeine Wespe“ und die „Deutsche Wespe“.
Der Stich einer Wespe kann Schmerzen verursachen und das eingespritzte, konzentrierte Gift lässt die Stichwunde oft erst nach Tagen ganz verschwinden.

WespeWespen sind Fleischfresser, sie stechen und lähmen mit dem injizierten Gift das Beutetier, machen es wehr- und hilflos, um es ins Nest tragen zu können, wo es lebend, nahe der Larven, in eine Wabe eingeschlossen wird. Auch wenn die Wespen vorzugsweise Fleischfresser sind, haben erwachsene Wespen das Verlangen nach Kohlenhydraten. Das ist auch der Grund, weshalb die Wespen von Süßem angezogen werden.

Nester in Bäumen, Garagen oder auf Dachböden

WabenFür den Nestbau zerkaut die weibliche Wespe alte Holzreste und formt daraus Schlammkügelchen, aus denen sie Waben rund um eine einzelne Wabenreihe baut. Ihre Nester bauen Wespen in hohlen Bäumen, auf morschen Ästen, gegen Wände und Zäune, in offenen Garagen oder auf Dachböden.

Wespen bilden einjährige Völker und das Wespennest wird im darauffolgenden Jahr nicht neu besiedelt. Die meisten Mitglieder sterben vor dem Herbst, nur die Jungkönigin überlebt unter einem Stein oder in einem hohlen Baum, um im nächsten Frühjahr einen neuen Staat zu gründen. Sie sucht dann einen günstigen Platz zum Nestbau und um Eier legen. Wenn das Wetter warm ist und reichlich Essen vorhanden, kann ein Nest viele tausend Larven beherbergen. Die Wespen befinden sich in verschiedenen Stufen der Entwicklung und weil jede Zelle zwei- bis dreimal im Laufe eines Sommers besetzt wird, kann die Zahl eines Volkes einige Tausend betragen.

Wespennest beseitigen

Wer ein bewohntes Wespennest in seinem Haus, Hof oder Garten hat, muss zunächst überlegen, ob die Wespen eine Gefahr für die Bewohner darstellt, beispielsweise bei Allergikern, bei denen ein Wespenstich Lebensbedrohlich werden könnte.
Lässt es sich mit den Wespen arrangieren, ist es empfehlenswert, das Nest zu belassen und die Tipps zum Umgang mit Wespen zu befolgen.

Grundsätzlich ist das Töten von Wespen verboten. Wespen sind wild lebende Tiere und deren Schutz ist im Bundesnaturschutzgesetz (§39) verankert.
Darin heißt es:

Es ist verboten,

  1. wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten,
  2. wild lebende Pflanzen ohne vernünftigen Grund von ihrem Standort zu entnehmen oder zu nutzen oder ihre Bestände niederzuschlagen oder auf sonstige Weise zu verwüsten,
  3. Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.

Nur in Ausnahmefällen, wenn die Wespen die Gesundheit der Menschen bedroht, kann eine Beseitigung und Tötung gerechtfertigt sein.
Zunächst sollte eine Umsiedlung in Betracht gezogen werden.
Die zur Familie gehörenden Hornissen, Hummeln und Wildbienen stehen unter gesondertem Schutz. Eine Umsiedlung ist nur mit Genehmigung der Naturschutzbehörde zulässig.

Wespennest umsiedeln

Will man unbelästigt den Garten, die Terrasse, das Haus oder den Dachboden benutzen, besteht oftmals der Wunsch das Wespennest zu entfernen.
Um das Nest und die Wespen zu beseitigen, braucht es Professionalsten, sachkundige Personen oder hilfreiche Imker, die sich mit der Beseitigung von Wespennestern auskennen.
Aber auch das selbständige Entfernen kann eine Option sein. Hierbei muss besonders vorsichtig agiert werden. Zuerst beginnt man die Wespen vorsichtig zu beobachten, um zu erfahren, wie groß das Volk, das Wespennest und wie das Flugverhalten ist. Die beste Zeit das Wespennest umzuziehen ist Halbdunkel, in der Morgen- und in der Abenddämmerung. Zu dieser Zeit fliegen die Insekten kaum.
Es sollte eine Schutzkleidung mit langen Ärmeln, einem Hut bestenfalls mit Netz und Handschuhe angezogen werden.
Mit einer Sprühflasche kann Wasser in das Nest gesprüht werden, um die Wespen für eine gewisse Zeit flugunfähig zu machen. Mit einem Leintuch, einer Gardine oder feinen Netz anschließend das Nest umschließen und mit einer Spachtel vorsichtig vom bisherigen Platz lösen und in ein geschlossenes Behältnis legen. Es eignen sich Einmachgläser oder auch Kartons.
Das Wespennest in ausreichender Entfernung in der Natur aussetzen.

Wespen töten

Sind die Bewohner eines Hauses bedroht und eine Umsiedlung wäre zu riskant, bleibt manchmal nur die Tötung der Tiere. Dies sollte allerdings nur als letzte Option in Betracht gezogen werden.
Zur Bekämpfung sollte ebenfalls eine Schutzkleidung angezogen werden. Anschließend wird das Nest mit einem passenden Insektizid eingesprüht. Wespenvernichtungsmittel in Spraydosen erlauben das Sprühen in einem Sicherheitsabstand zum Nest. Es muss streng darauf geachtet werden, dass Vernichtungsmittel nicht einzuatmen oder mit der Haut in Kontakt zu bringen. Die meisten Wespengifte töten Wespen durch Kontakt und Übertrag von einer Wespe zur anderen. Für den Menschen ist es ratsam Abstand zu halten und ruhig vorzugehen weil plötzliche Bewegungen die Aufmerksamkeit von noch aktiven Wespen anziehen können.
Am nächst folgenden Tag sollte das Nest inspiziert werden. Sollten sich noch lebende Wespen im Nest befinden, den Sprühvorgang wiederholen.
Das Bekämpfen mit Chemikalien kann auch immer Gefahren für andere Tiere oder Menschen bedeuten, wenn Kontakt mit dem Gift besteht. Aus diesen Gründen ist das Bekämpfen mit Insektenspray meist die schlechteste Option.

Wer kann ein Wespennest entfernen?
Wo finde ich Ansprechpartner?

  • Zunächst am besten auf der Gemeinde- oder Stadtverwaltung, Bürgerbüro nachfragen
  • Örtliche Feuerwehr
  • Imker
  • Schädlingsbekämpfer

Oftmals werden Wespennester von den Feuerwehren nur im äußersten Notfall entfernt, wenn Gefahr für die Bewohner besteht. Die Entfernung kostet zudem Geld, welches vom Hauseigentümer selbst bezahlt werden muss.